9 - 2012  |  21. Oktober 2012

Feuer - Lagerhallenbrand

Einsatzort: Seifersdorf, Neue Gasse

Alarmierungszeit: 23:38 Uhr

 

Das ein wunderschöner Herbstsonntag den Feuerwehren der Region noch kraftraubende Stunden bescheren sollte, war natürlich nicht vorstellbar. Eine knappe halbe Stunde vor Mitternacht wurden wir zu einem Lagerhallenbrand in die
Nachbargemeinde Jahnsdorf, Ortsteil Seifersdorf alarmiert. "Anfahrt auf Sicht" lautete eine knappe Meldung aus dem Fahrzeugfunk und als das Löschgruppenfahrzeug sich auf Höhe der Ortsgrenze in Richtung Jahnsdorf befand, war
die Rauch- und Feuersäule bereits weithin sichtbar.
Nach einer Fahrtstrecke von sieben Kilometern bot sich den Einsatzkräften ein bizarres Bild: der hintere Teil der Lagerhalle stand in Vollbrand. Der Dachbereich der zirka 100 mal 40 Meter großen Halle war bereits zu zwei Dritteln eingestürzt oder verbrannt. In der Halle lagerten 2100 Strohballen bis unter das Dach. Die ersten Einsatzkräfte gingen sofort über, mit einer Riegelstellung einen angrenzenden Jungrinderstall (400 Tiere) zu schützen. Das Löschwasser wurde zunächst über zwei Hydranten gesichert. Im weiteren Verlauf des Einsatzes musste allerdings eine Wasserversorgung aus einem 1,5 Kilometer entfernten Teich hergestellt werden.
Unterdessen wurde begonnen, mittels mehreren Radladern das brennende Stroh aus der Halle zu fahren. Erste Hallenwände wurden eingerissen. Mit einem angeforderden Abrissbagger konnten dann auch die Hallenstützen enfernt werden und das Stroh wurde auf der angrenzenden Wiese verteilt und abgelöscht. Erstmals kam auch der Wasserwerfer der Adorfer Feuerwehr zum Einsatz.
Im Tagesverlauf wurden weitere Feuerwehren alarmiert, um die bereits seit den Nachtstunden im Einsatz befindlichen Kräfte zu entlasten oder abzulösen.

Für die Adorfer Einsatzkräfte war der Einsatz gegen 15:45 Uhr am 22. Oktober beendet. Die weitere Ablöschung sowie das Beräumen der Einsatzstelle dauert noch bis zum Mittag des 23. Oktober an. In der Gesamtheit waren ca. 160 Einsatzkräfte vor Ort, rund 5 Kilometer Schlauchleitung wurden verlegt. 17 Trupps löschten unter schwerem Atemschutz. Eine Materialschlacht die nach bisherigen Erkenntnissen durch einen Brandstifter ausgelöst wurde!
Erste Kostenschätzungen beziffern den entstandenen Schaden auf 500.000 €.
Am Abend des 24. Oktober flammten erneut Glutnester auf und die Jahnsdorfer Wehren wurden erneut an die Einsatzstelle gerufen

Fahrzeuge: LF 8/6  VRW  Schauwasserwerfer-Anhänger

Weitere Kräfte: 
FF Jahnsdorf (LF 16/12, LF 16 TS mit STA, MTW)
FF Leukersdorf (LF 8/6, MTW)
FF Pfaffenhain (TSF-W)
FF Neukirchen (LF 16/12, TLF 16, RW1 mit STA, MTW, GW-N)
FF Oelsnitz (DLK 23/12, TLF 16/24)
FF Thalheim (ELW, TLF 16)
FF Niederwürschnitz (LF 16 TS mit GA-Licht)
FF Stollberg (SW 2000)
FF Zwönitz (TLF-W)
FF Erlbach-Kirchberg (TSF-W)
Kreisbrandmeister, Rettungsdienst, Polizei
Einsatzführungsgruppe, Energie- u. Wasserversorger

Einsatzdauer: 16 h 22 min